Wie über Mauer hinweg berichten?

*** Anmeldung wegen begrenzter Teilnehmerzahl (Corona) erforderlich ***

Gerhard Specht war Chef vom Dienst beim 1988 gegründeten RIAS TV. Die Abkürzung steht für Rundfunk im amerikanischen Sender und war streng genommen ein Staatssender. Zumindest kein öffentlich-rechtlicher Sender. Seine Aufgabe war es, die Bürger in der DDR und in Ostberlin mit Nachrichten zu versorgen. Also ein Instrument im kalten Krieg? Und wie konnte man über die DDR berichten, wenn diese alles tat, um dies zu verhindern? Und wie baut man einen Fernsehsender überhaupt auf?

Andrei Schnell stellt zu einigen Themen ein paar Fragen, dann sind die Gäste mit ihren Fragen dran. Dann geht es weiter zum nächsten Gesprächskapitel.

Achtung: Wegen Beschränkung der Teilnehmerzahl durch den Veranstaltungsort ist eine Anmeldung unter annoerzaehlt@brunnenviertel.de erforderlich.

Termin: Sonnabend, 2. Oktober, 14 Uhr.

Ort: Familienzentrum Wattstraße, Wattstraße 16.

War die Ranke wirklich rot?

*** Anmeldung wegen begrenzter Teilnehmerzahl (Corona) erforderlich ***

Herr Sauer ist ein einmaliger Zeitzeuge, denn er kennt das Ranke-Gymnasium noch aus der Zeit von vor 1976. Damals befand sich die Schule noch in der Lütticher Straße. Aus dieser Zeit stammt auch ihr Ruf als „rote Ranke“. Ein Ruf, der ihr bis in die 2000er Jahre anhaftete, wie Herr Sauer sagt. Die orangefarbene Schule, die seit Jahren leersteht, war in den 1970er Jahren spektakulär gut bestückt. „Es gab wahrscheinlich in Berlin keine besser ausgestattete Schule als unsere“, sagt Herr Sauer. Er kann als Zeitzeuge Auskunft geben bis zu den Jahren als die Diskussion um die Zusammenlegung mit dem Diesterweg-Gymnasium begann. Bis zu seiner Pensionierung hatte Herr Sauer verantwortliche Positionen an beiden Schulen inne.

Andrei Schnell stellt zu einigen Themen ein paar Fragen, dann sind die Gäste mit ihren Fragen dran. Dann geht es weiter zum nächsten Gesprächskapitel.

Achtung: Wegen Beschränkung der Teilnehmerzahl durch den Veranstaltungsort ist eine Anmeldung unter annoerzaehlt@brunnenviertel.de erforderlich.

Termin: Sonnabend, 25. September, 14 Uhr.

Ort: Musikschule Fanny Hensel, Swinemünder Straße 80

„Putte muss bleiben“

Ein Filmabend unter freiem Himmel ÄNDERUNG: Wegen Regen im Saal

Montag, 16. August 2021, 20 Uhr

im Garten des Olof-Palme-Zentrums,  Demminer Str. 28, 13355 Berlin

Wir zeigen:

Mietersolidarität, Max Willutzki, 1970, 13′

Putte muss bleiben, Gerd Conradt, 1974, 37′

Einführung: Florian Wüst. Anschließendes Publikumsgespräch mit Gerd Conradt

Freier Eintritt

Im Frühjahr 1974 wurde die „Putte“ in der Rügener Str. 20 geräumt und abgerissen. Das Kinder- und Jugendzentrum, das auch als Wohngemeinschaft, Schülerladen und Hobbyraum diente, war eines der ersten besetzten Häuser in West-Berlin. Das von Gerd Conradt gemeinsam mit einer Seminargruppe des Instituts für Theaterwissenschaften der FU Berlin gedrehte Video Putte muss bleiben zeigt den Kampf der betroffenen Weddinger Jugendlichen um den Erhalt ihres Projekts. Neben der Darstellung der Wohn- und Lebensverhältnisse im Brunnenviertel sowie Interviews mit Anwohner*innen, Mitstreiter*innen der Putte und Vertretern von Polizei und Bezirk dokumentiert das Video die Demonstrationen gegen den Abriss, die damals auf breite Unterstützung stießen, aber letztlich erfolglos blieben: die Abrissbirne durchlöchert mit gnadenloser Gewalt die gemauerten Wände des Hauses. Die zehn Jahre später aktualisierte Fassung des Videos macht sichtbar, dass die Versprechungen, an gleicher Stelle eine neue Einrichtung für Jugend- und Kinderarbeit zu bauen, bis dahin nicht erfüllt wurden.

Als Vorfilm zeigen wirMax Willutzkis Kurzfilm Mietersolidarität von 1970 über die verhinderte Zwangsexmittierung einer siebenköpfigen Familie im Märkischen Viertel. Viele der Bewohner*innen des historischen Brunnenviertels wurden damals im Rahmen der städtebaulichen Sanierung des südlichen Weddings in das Märkische Viertel umgesetzt.

Beide Filme sind Beispiele für die Ansätze sowohl der politischen Filmarbeit als auch der Mitte der 1970er Jahre aufkommenden videoaktivistischen Bewegung, um eine kritische Gegenöffentlichkeit herzustellen. Der von den neuen medialen Mitteln unterstützte Widerstand gegen die Sanierungspolitik des Senats führte spätestens in den 1980er Jahren zur Umorientierung hin zu einer behutsameren Stadterneuerung. Was vor 50 Jahren im Wedding und im Märkischen Viertel geschah, ist heute hinsichtlich der wieder zugespitzten Wohnungsfrage und der Verdrängung von einkommensschwachen Haushalten, Kleingewerbe und sozialen wie kulturellen Einrichtungen in Berlin aktueller denn je.

Dieses Projekt wird durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“ gefördert.